Mittelalterlicher Kräutergarten am ehemaligen Zisterzienserkloster in Himmelkron
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Schon im frühen Mittelalter beherbergten die Klöster Obst-, Gemüse- und Kräutergärten, die oft räumlich getrennt waren. Auf dem St. Galler Klosterplan findet sich der Kräutergarten in der Nähe der Zellen der heilkundigen Mönche, wo sie für die Behandlung zur Verfügung standen. Fast alle Kräuter dienten der Besserung und Heilung der Leiden des Menschen. So ist der mittelalterliche Kräutergarten ein Heilkräutergarten. Ihn und die dort angepflanzten Helfer für den Menschen wurden schon um das Jahr 830 vom Reichenauer Abt Walahfrid Strabo als „Hortulus“ besungen, wo er auf 24 Pflanzen eingeht und ihre Wirkung beschreibt. Im Reichenauer Beet unterhalb der Mauer sind die meisten von ihnen aufgepflanzt.
Als heilkundige Klosterfrau des Mittelalters ist Hildegard von Bingen (1098 – 1179) bekannt. In ihrer Naturkunde („Physica“) beschreibt sie Hunderte von Pflanzen und legt Ihre Wirkung dar. Einige finden heute noch in der „Hildegard-Medizin“ Anwendung, sie sind in den „Hildegardbeeten“ kultiviert.
Ein weiteres Beet ist dem „Macer floribus“, dem im Mittelalter bekanntesten Buch der Kräutermedizin, gewidmet. Dort werden fast 100 Pflanzen erläutert, von denen hier auf eine Auswahl zurückgegriffen wird.
Ein Beet zeigt einiges aus der Gartenkultur der Zisterzienser, die dort einen hohen Stellenwert hatte. Hier steht die Madonnenlilie für die Verehrung von Maria. Über die intensiven Beziehungen zu Frankreich konnte nach den Kreuzzügen auch das Erbgut der vorhandenen Apfelbäume aufgefrischt werden. Es entstand die nach 800 Jahren noch hier und da anzutreffende Sorte “Borsdorfer Apfel“. Ein Hochstamm davon wurde im mittelalterlichen Klostergarten Himmelkron gepflanzt.

Nicht alle hier gezeigten Pflanzen werden noch so wie vor Jahrhunderten verwendet. Bei vielen wurde die Wirkung wissenschaftlich bestätigt, andere sind anders verwendet worden oder in Vergessenheit geraten. Viele der hier gepflanzten Kräuter haben sich in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen bewährt.

Auf dem Grund der Himmelkroner Heime direkt neben den ehemaligen Zisterzienserkloster Himmelkron konnte der mittelalterliche Klostergarten in einem Gemeinschaftsprojekt von Gartenbau- und Verschönerungsverein Himmelkron und der Gemeinde erstellt werden. Mitglieder des Gartenbauvereins kümmern sich auch um Pflege und Erhaltung. Die Beete wurden in Anlehnung an den St.Galler Klosterplan und die Bescheibung von Strabo im Bemühen um Authentizität angelegt. Der Garten ist im Hinblick auf die Mitnutzung der Himmelkroner Heime rollstuhlgerecht erstellt.

Sie können:
  • bei Tageslicht jederzeit den Garten im Gelände der Himmelkroner Heime besuchen
  • den Garten mit Rollstuhlfahrern aufsuchen
  • eine Führung buchen
  • eine der Veranstaltungen der Volkshochschule im Kräutergarten wahrnehmen
Kontakt:

Wolfgang Sack  1. Vorsitzender des Gartenbauvereins   (tel)   09227/90328 
(fax)   09227/1767 
Reinhard Stelzer   Gemeinde Himmelkron und VHS Himmelkron   09227/9310 

Willkommen im mittelalterlichen Kräutergarten in Himmelkron!

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